Die letzten Wochen waren ein Mix aus Freude, Planung und Leben im Chaos. Und viel Fast Food.
Vergangene Woche war es endlich soweit: Ausräumen. Aufräumen. Abschließen. Neuanfang.
Nicht nur, physisch, sondern vor allem auch psychisch.
Für mich, für uns. Mehr Raum, mehr Möglichkeiten. Ein Schritt in ein neues Wir. Unser erstes gemeinsames großes Projekt. 

Wir sind umgezogen. Nach viel zu langer Suche, ging es dann ganz schnell. Ein Anruf, eine Zusage. Wie so oft im Leben. 

Mit diesem Schritt, lässt du zurück was war und nicht mehr zu ändern ist. Du vergisst nicht, aber du vergibst, du schließt ab und blickst nach vorn.

Nun sitze ich hier, in unserer Altbau-Traumwohnung mit 3,40m Deckenhöhe, riesigen Flügeltüren und einer wunderschönen Loggia mit Blick auf den Elstermühlgraben und schreibe den ersten Beitrag in 2021.

Um mich herum: gut sortiertes Chaos.

Ja. Nein. Vielleicht.

Irgendwann ist es an der Zeit, selbst Entscheidungen zu treffen, sich auszuprobieren, vielleicht auch zu fallen und dann wieder aufzustehen – auch wenn man Mama oder Papa immer fragen kann oder sie glauben einen besseren Tipp für dich zu haben.

Auf Hilfe zu verzichten oder Dinge allein zu probieren, ist keine Ablehnung, es ist eine bewusste Entscheidung, um über sich hinauszuwachsen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Man lernt nur durch Herausforderungen oder Neues und wenn du immer andere für dich entscheiden lässt, wirst du nie auf eigenen Beinen stehen können.
Und wenn du doch in einer Sackgasse steckst, dann sind Familie oder Freunde nur einen Anruf entfernt.

Ikea-Küche oder eine aus dem Möbelhaus? Selbst aufbauen oder aufbauen lassen? Grün, schwarz oder weiß? Selber streichen oder streichen lassen.

Ja, nein, vielleicht oder wollen wir noch eine Nacht drüber schlafen? Wir haben viele Entscheidungen treffen müssen und viel gelernt – vor allem uns selbst zu vertrauen.

Ich habe gelernt, dass dir ein Gewerbeschein dein Leben retten kann – vor allem im Umzugsstress. Gerade jetzt wo es für den Normalbürger schwierig ist, noch einmal schnell zum Baumarkt zu fahren und fix das zu kaufen, was so dringend nötig ist, um die Küche aufzubauen oder Licht ins Dunkel zu bringen.

Ich weiß jetzt was Deckplatten sind und wozu eine Bohrschablone gut ist. Dass Finger und Akkuschrauber kein gutes Paar abgeben und dass Echtholzoberflächen nach dem Ölen aussehen wie neu.

Ich weiß jetzt auch, dass die verhasste schiefe Stehlampe deines Freundes, noch zum wichtigsten Möbelstück wird, wenn du noch keine Deckenlampen hast und schon in der neuen Wohnung wohnst.

Nach eineinhalb Wochen Möbel und Kisten schleppen, Transporter be- und entladen, Küchenabriss und Küchenneubau bin ich ziemlich k.o., aber sehr glücklich. Auch wenn ich bisher keinen richtigen Moment zum Genießen hatte. Zum begreifen, dass diese schöne Wohnung nun unser Zuhause ist.

Doch morgen werde ich frischen Kaffee in unserer neuen Küche kochen, mit der Tasse durch unser Wohnzimmer zur Loggia gehen, innehalten und alles um mich herum aufsaugen, um zu begreifen, wie viel Glück wir eigentlich haben.


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