Es ist kein Geheimnis, ein großer Fan vom Herbst bin ich nicht. Schon gar nicht, wenn er sich von seiner weniger schönen Seite zeigt, so wie heute.

Wenn es nass, grau und kalt ist und es richtig Überwindung braucht, sich in eine warme Jacke zu werfen. Wenn du weißt, dass sich das Draußen sein anfühlt, als würden sich kleine knöchrige Finger, die an die kahlen Äste der Bäume erinnern, unter deine warme Kleidung schieben und dir einen Kälteschock verpassen. 
Wenn nicht nur deine bis zu den Ohren gezogenen Schultern dafür sorgen, sondern auch deine Zähne so zusammengepresst sind, dass dein ganzer Körper vor Anspannung schmerzt. 

Dann freue ich mich schon vor dem Verlassen des Hauses, auf die ruhige Zeit und das Gefühl des Heimkommens nach dem Spaziergang durch die dunkle Jahreszeit. Dann freue ich mich auf das Gefühl von Wärme, wenn Kerzen alles in seichtes Schummerlicht tauchen und die größte Herausforderung des Abends die Wahl des nächsten Netflix-Erlebnisses sein wird.

An solchen Tagen hilft nur noch die schönen Seiten des Herbstes in die eigenen vier Wände zu holen und zwar direkt auf den Teller.

Kein Herbst ohne Kürbis

Zum perfekten Herbstmenü gehört für mich Kürbis. Und damit bin ich nicht allein. Die orangefarbenen Riesen haben schon längst ihr altbackenes Image abgelegt und finden sich in unterschiedlichsten Variationen auf unseren Tellern wieder.

Kürbisse passen nicht nur farblich und thematisch super zur Jahreszeit. Sie haben derzeit Saison, sind gesund, machen lange satt und sind schnell und einfach zubereitet.

Als Suppe oder aus dem Backofen mit Kräuterdip – das sind meine Kürbis-Klassiker im Herbst.

Auf der Suche nach Abwechslung habe ich mich beim letzten Herbstmenü etwas ausgetobt und meinen Kürbis mit den übrigen Lebensmitteln aus meinem Kühlschrank kombiniert.

Das Ergebnis war nicht nur schön anzusehen, sondern auch ausgesprochen lecker.

Für meinen Süßkartoffel-Kürbis-Auflauf mit Honig, braucht ihr:

  • Für 2 Personen
  • 1 Kastenbackform
  • 1 Süßkartoffel
  • 1/2 oder ein kleiner Hokkaido 
  • 1 TL Rosmarin 
  • 2 Feigen
  • Honig
  • 200 Gramm Feta
  • Grobes Salz & frischen Pfeffer
  • Olivenöl

Den Kürbis und die Süßkartoffeln gründlich waschen, geschält werden müssen beide nicht. Den Kürbis aufschneiden, doch Achtung beim Hokkaido gilt „harte Schale – weicher Kern“, fasriges Fruchtfleisch und Kerne entfernen und in fingerdicke Scheiben/Schiffchen schneiden.
Die Kerne nicht wegwerfen, ihr könnt sie trocknen und rösten und später für Salat verwenden oder zwischendurch knabbern. Danach die Süßkartoffel und auch die Feigen in fingerdicke Scheiben schneiden. 
Den Feta bröckelt ihr am besten mit den Fingern oder einer Gabel klein.
So viel zur Vorbereitung. Im Anschluss gebt ihr alles in die Backform.

Die Kürbisschiffchen und Süßkartoffelscheiben puzzelt ihr abwechselnd und aufrecht in die Form. Gebt dann ein bisschen Öl und Rosmarin über die Scheiben und würzt ausreichend mit Salz und Pfeffer.
Im Anschluss bröselt ihr den Feta über die Kartoffel-Kürbis-Basis und toppt das Ganze mit den Feigen-Scheibchen. Zum Schluss krönt ihr das knallig orangefarbene Duett aus Kürbis und Süßkartoffel mit goldglänzendem Honig.

Den Auflauf schiebt ihr für circa 30 Minuten in den Ofen.

Mit dem Duft des warmen Auflaufs in der Nase und dem Geschmack vom Herbst auf der Zunge, denke ich an den nächsten schönen Nachmittag im Park.

Wenn sich der Herbst von seiner schönen Seite zeigt. Wenn warmweiche Strahlen einer tierstehenden Sonne alles in magisches Licht tauchen. Und wenn die bunten Blätter an den immer kahler werdenden Ästen, bevor sie zum raschelnden Laub unter den Füßen werden, jedes Jahr aufs Neue für Staunen darüber sorgen, wozu unsere Natur imstande ist. 


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