Ich traue meinen müden Augen kaum, als ich die schweren Vorhänge öffne. Ich stehe an der riesengroßen Fensterfront, die den Blick auf den spiegelglatten See freigibt und mich glauben lässt, dass die weiß getupften Bergen am Horizont zum Greifen nah sind.
Alles ist in watteweiche Nebelschwaden gehüllt, alles wirkt friedlich und ich träume noch ein bisschen vor mich hin.

Nach unserem Österreich- Roadtrip im letzten Sommer, konnte ich es kaum erwarten, den Tag wieder mit genau diesem Blick auf dieses schöne Bergpanorama zu beginnen. 

Nach einer langen Anreise und einer sehr kurzen Nacht in unserem wirklich schicken Hotelzimmer im Hotel Bellevue – la vue est en réalité très belle – heißt es für uns: Guten Morgen Zell am See! 

Die zweite Ausgabe vom GP ICE RACE ging am ersten Februarwochenende wieder an den Start und wir waren mittendrin. 
Das Eisrennen der jungen Motorsportliebhaber Ferdinand Porsche und Vinzenz Greger ist eine gelungene Neuauflage des legendären Eisrennens in Zell am See.

Beim GP ICE RACE treffen sich Rennfahrer und wagemutige Amateure, die sich mit Profis messen wollen. Hier geht es um sportliche Leistung, Nervenkitzel und vor allem Spaß.
Die Besonderheit steckt schon im Namen – hier geht es um rasanten Motorsport auf Eis – klingt verrückt? Glaubt mir, das ist es auch. 

In der Nähe des Flugplatzes in Zell am See kommen ganze Teams verschiedener Hersteller zusammen, die ihre Fahrzeuge und Fahrer fit für den Kampf um Ruhm und Ehre auf dem Eis machen.
Die Szenerie könnte nicht schöner sein: So liegt das Eventgelände und die knapp einen halben Meter dicke Eispiste eingebettet in das wunderschöne Bergpanorama.

Auf der Agenda: Speed, Speed, Speed

Das Programm hat es in sich. Hier folgt ein Highlight dem nächsten – blitzschnell fegen Rallye-Wagen mit atemberaubender Kür übers Eis, ohrenbetäubende Nascars dröhnen an den tobenden Zuschauermassen vorbei, unbezahlbare Klassiker gleiten gekonnt elegant in die Kurve, gefolgt von energiegeladenen Luxusschlitten, gehen Tandems aus Skifahrern und Rennwagen aufs Glatteis.

Hier hobeln kinderfingerdicke Spikes gepaart mit reichlich Pferdestärken und ein bisschen „Verrücktheit“ des Fahrers ordentlich Eis von der Piste – das bekommen auch die Zuschauer zu spüren, inklusive mir.

Mein absolutes Highlight im prall gefüllten Line-up: Skikjöring – eine Tradition, geboren während der Olympischen Winterspiele 1928 in St. Moritz.
Sinn der Sache: Reiterlose Pferde ziehen standhafte Skifahrer über die Rennstrecke und das mit dem Maximum an Speed.

Schon bald darauf steuerten die ersten motorisierten Zweiergespanne in Zell am See über eine Eispiste.
Und auch beim GP ICE RACE 2020 kämpften Rennautos mit unerschrockenen Skifahrern und Skifahrerinnen im Schlepptau um einen Platz auf dem Treppchen.

Das Eisrennen lockt nicht allein mit einem spannungsgeladenen Programm bis spätabends und einer beeindruckenden Kulisse – hier geben sich auch zahlreiche Größen des Motorsports die Ehre.
In diesem Jahr sorgt Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck für den Gänsehautmoment, als er in einem Formel 1 Wagen die Piste entlang rauscht.
Getreu dem Motto: Möge der Grip mit dir sein, geben ihm bespikte Zwillingsreifen den richtigen Halt auf dem eisglatten Parcours. 

Neben all den heiß-kalten Wettkämpfen, können Besucher die Side-Stories von Crazy about Porsche oder Type7 erleben, wahrhaft einzigartige Sammlerstücke in Kooperation mit Luftgekühlt bestaunen oder mit Mechanikern und Rennfahrern fachsimpeln.

Das gesamte Wochenende war eine stilvolle Mischung aus historischen und modernen Rennern – ganz klar von Porsche, aber auch Hersteller wie Skoda, Audi und Co. erwärmten die Herzen von Motorsportbegeisterten trotz Kälte. Benzingeruch, eingängige Motorengeräusche und rasante Performance rundeten das Revival vom historischen Eisrennen ab.


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