Lockdown oder so ähnlich – unser Alltag ist ein anderer. Ausgangsperre, Kurzarbeit oder Home Office – ich habe das Glück und bin beruflich so gut wie gar nicht von der derzeitigen Situation betroffen. Der Job läuft, fordert an manchen Tagen mehr als ich es gewohnt bin.
Geändert hat sich für mich nur, dass ich nun jeden Tag von zuhause arbeite – das spart einiges an Zeit. Zeit, die ich nun mit Dingen, die ich liebe, füllen kann.

Und auch das ist anders als noch vor ein paar Wochen: kein Fitnessstudio, keine Besuche bei Freunden oder der Familie, keine Reisen, Shoppingtrips oder Abende im Restaurant.

Die Zeit, die sich gerade für mich als Freizeit ergibt, bedeutet auch wieder mehr zu mir selbst kommen. Ich arbeite an vielen neuen Ideen.
Die Zeit bedeutet aber auch Entschleunigung. Zumindest für mich – für andere ist es derzeit unglaublich schwer. Keine Frage, schlechte berufliche Perspektiven, Schulzerziehung und Kinderbetreuung ohne die Hilfe, die einem im Normalfall den Rücken für Job, Haushalt und Me-time freihält oder das Alleinsein, wenn der Partner oder die Kinder fehlen.

Neben der kreativen Zeit am Schreibtisch, nutze ich den Rest des Tages aber auch um nach draußen zu gehen. Aber wohin wenn man kein Ziel hat? Immer und immer wieder die gleichen Straßenzüge entlang spazieren? Den immer gleichen Weg durch den Park gehen? Sich gar nicht mehr mit dem was man sieht auseinandersetzen? Da ist klar, dass einem in der eigenen Stadt schnell langweilig wird.

Ich verlasse das Haus deshalb nicht mehr ohne meine Kamera. Ich halte Ausschau, bleibe Stehen und schaue mich um – nach neuen Wegen, nach versteckten Botschaften, nach den besonderen Dingen, nach Details oder auch kuriosen Fundstücken.

Die letzten Wochen lassen sich mehr in Bildern erzählen. Mehr als in vielen Worten.


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